zelluläre raumfolgen

dreidimensionales gestalten 258.045 VO 1h & 258.046 UE 4h

thomas c. davies: ‚leather of the lesser gator’, 19 x 19 inch, 1964. entstanden im basic design course von william s. huff am CIT/carnegie institute of technology, pittsburgh.
jinhua structure, herzog & de meuron, jinhua, china, 2006
die zelle (von lat. cella  =  kleiner raum) ist der inbegriff für das bestimmende einzelelement einer möglichst dichten packung des raumes. ihr vorkommnis ist in natur und kultur vielgestaltig. in der abendländischen architektur erscheint der begriff bereits früh (römer). eine intensivere auseinandersetzung beginnt mit ideen einer städtebaulichen verdichtung im zuge der dringend gewordenen wohnraum beschaffung nach dem 1. weltkrieg. das reicht von anfängen in der zwischenkriegszeit (bauhaus) bis zu höhepunkten in den 50er/60er jahren des 20. jahrhunderts mit strukturalistischen ansätzen (herzberger, tange, candilis) und den radikalen raumstadt konzepten (constant, friedman, schultze-fielitz etc.). gegenwärtig scheint durch den wunsch der stadtverdichtung und –vermischung und dem bevölkerungsdruck wieder raum für denkansätze in diese richtung zu entstehen.
die verbindung von räumen hat in der architektur nicht nur funktionale gründe. vor allem die qualität der verbindungen mit einer choreografierten abfolge von homogenen oder heterogenen räumen spielt eine gewichtige rolle, wie sich in vielen architektonischen wegkonzeptionen zeigt (ägyptische tempelanlagen, barocke enfilade, le corbusier’s promenade architecturale, j. frank, r. koolhaas etc.).

in diesem wintersemester 2018/19 widmen wir uns daher dem entwerfen und erzeugen von interessanten raumfolgen innerhalb einer bestimmten matrix. diese matrix ist grundlegend zellulär aufgebaut und durch eine lückenlose dreidimensionale parkettierung des raumes mit hilfe konvexer polyeder bestimmt. wir arbeiten in einer definierten systematik und bedienen uns, um größenvarianz für die raumfüllenden polyeder zu bekommen, methodisch des prinzips der dreidimensionalen parkettdeformation und der subdivision wie beispielsweise der selbstähnlichkeit von fraktalen.
es handelt sich bei der semesterübung um eine elementare, von funktionalen zwängen befreite dreidimensionale gestaltungsaufgabe zu dem genannten thema. dazu gehören unter anderem die schaffung von raumhierarchien im sinne einer szenografischen abfolge sowie die konzeption großer und kleiner räume und objekte in einer vorgegebenen systematischen struktur (zelluläre matrix). wir beginnen zweidimensional mit klaren regeln um schrittweise zu individuelleren gestaltungsstrategien, eigenen regeln und formalen lösungen zu gelangen. als abschluss der semesterübung sollen reale dreidimensionale, rundum ansichtige formstudien mit skulpturaler wirkung hervorgebracht werden.

die semesterübung besteht aus 4 aufbauenden aufgaben, die zum angegebenen termin abzugeben sind. für jeden übungsteil erhalten sie ein aufgabenblatt, das von der website unserer abteilung herunterzuladen ist. jeder übungsteil wird benotet und muss für eine weiterarbeit positiv abgeschlossen werden. die aufgaben werden in einzelarbeit bearbeitet. bei besprechungen in kleingruppen erhalten sie von ihrer betreuerin/ihrem betreuer ein feedback und eine beratung für den weiteren arbeitsprozess. betreuung erhalten sie nur, wenn sie ihren arbeitsfortschritt in zeichnung(en) bzw. modell(en) vorlegen. sie können maximal bei 2 besprechungen ohne angabe von gründen fehlen, ansonsten gelten die übungsregeln (siehe homepage).
die betreuung findet im modelliersaal im erdgeschoß erzherzog johann platz 1 statt. (p.  g.  auer)

 

KOORDINATOR

Peter Auer


Einführung

Do. 04.10.2018 um 13:00-14:00Uhr
Hörsaal EI-7, Gußhausstrasse 25-29


  • Es gelten grundsätzlich die Anmeldemodalitäten, sollte es dennoch Probleme bei der Anmeldung geben, bitte persönlich mit dem Sammelzeugnis vorbeikommen und sich an Peter G. Auer, Fridolin Welte, Ilse Petermann wenden. Mo, Di, Mi 9.00 -12.00 h